Deutsch-Polnische Gesellschaft pflegt Kontakte beim traditionellen Bigos-Essen

-dk- SENDEN. Wenn Hans-Jürgen Pohl, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Senden, zum Bigos-Essen lädt, wird es im Foyer der Steverhalle eng. Sehr eng. So auch am Donnerstagabend.
Schon beim Öffnen der Eingangstür wehte dem Besucher der Duft von gesottenem Fleisch, heißem Kraut und deftigem Rauchfleisch entgegen. Ein verführerischer Duft. Erst recht für die Menschen, die seit Jahren enge Beziehungen zu ihren Freunden im polnischen Koronowo pflegen. Von denen, die von dort an die Stever gezogen sind, gar nicht erst zu reden.
Auf einer Großbildleinwand projezierte inzwischen Reiner Brandes farbenprächtige Fotos aus dem Land zwischen Weichsel und Memel. Bilder, die im vergangenen Jahr während einer Fahrt der Sendener Gruppe in die Masuren entstanden sind. Schnappschüsse, die passend zu den allgegenwärtigen Düften, Heimweh in die Mienen malte.

Mitglieder der DPGs diskutieren in Senden die aktuelle politische Lage in Polen, im Anschluss an einen Vortrag.

Das Thema des Vortrags- und Diskussionsabend am 11. Januar 2018 im Sendener Hotel Niemeyer hatte der Referent allerdings provokanter formuliert: „Liegt Polen noch Europa?"

Die Deutsch-Polnischen Gesellschaften aus Senden und Lüdinghausen (DPG) hatten gemeinsam PrivDoz. Dr. Markus Krzoska, Osteuropahistoriker am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, als Fachmann für die Einschätzung der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Situation in Polen eingeladen.

Senden - Angesichts zunehmender antidemokratischer und rassistischer Tendenzen in Polen rief Hans-Jürgen Pohl, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Senden, dazu auf, dem aktiv entgegenzuwirken und der Städtepartnerschaft mit Koronowo neue positive Impulse zu verleihen.

Die Mitgliederversammlung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Senden am Freitagabend im Bösenseller Landgasthof Sendes war überschattet von der derzeitigen politischen Situation in Polen. So mahnte der DPG-Vorsitzende Hans-Jürgen Pohl: „Was wir am letzten Samstag an Demonstranten in Warschau gesehen haben, ist erschreckend. 60 000 Menschen zogen durch die Straßen, viel darunter, die lautstark rassistische Parolen schrien.“ Und weiter: „Auch wir registrieren mit Besorgnis und auch Unverständnis, dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit in jüngster Zeit von politischen Akteuren und einigen Medien in Polen zunehmend in Frage gestellt wird. Bestürzt nehmen wir bei manchen veröffentlichten Äußerungen eine antideutsche Rhetorik zur Kenntnis.“

DPG Senden erkundet polnische und litauische Kultur

 

SENDEN. Eine Reisegruppe der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Senden war jetzt in Polen sowie erstmals auch in Litauen zu Gast, um sich dort einen unmittelbaren Eindruck zu verschaffen. „Die gut 30 Mitreisenden begrüßten den Abstecher nach Litauen sehr. Denn neben vielfältigen kulturellen und geschichtlichen Informationen kamen auch aktuelle politische Aspekte nicht zu kurz", resümiert Hans-Jürgen Pohl, Vorsitzender der DPG Senden. Polen und Litauen seien „zwei EU-Nachbarn, die an guter nachbarschaftlicher Verbindung noch eine Menge zu tun haben".

 

 

Der Dom zu Frombork (Frauenburg) am Frischen Haff, wo Kopernikus 1543 verstarb, war Ausgangspunkt der Reise unter dem Motto „Zwischen der Weichsel und der Memel". Stationen der deutschen und der polnischen Geschichte waren neben Fahrten durch weite, fast menschenleere Landschaften und Seengebiete zunächst das Ziel. Dazu gehörten der Besuch der Bischofsburg Heilsberg, die Besichtigung der Wallfahrtskirche Heilige Linde in Ermland, eine Schifffahrt auf dem Mauersee in Masuren und über den Augustow-Kanal. In Litauen wurde die 300.000 Einwohner zählende Stadt Kaunas mit ihrer malerischen Altstadt und ihren Industrieruinen aus sowjetischer Zeit besichtigt. Der Freiheitsdrang der Litauer zeigte sich in der Burg Trakai und vor allem in der Hauptstadt Vilnius, heißt es weiter. Mit gut 500.000 Einwohnern sei diese Barockstadt die größte Stadt Litauens und zähle zu den Perlen des ganzen Baltikums.

 

Westfälische Nachrichten 02.09.2017