Reise in die gemeinsame Geschichte

SENDEN. Mit 37 Teilnehmenden unternahm die Deutsch-Polnische Gesellschaft Senden jetzt eine Reise durch Pommern, wie sie in einer Pressemitteilung berichtet. Von Stettin (Szczecin) bis Greifswald führte die Route durch eine Region, deren Landschaft, Kultur und Geschichte über Jahrhunderte von Deutschen und Polen geprägt wurden. Entsprechend abwechslungsreich war das Programm: Natur- und Landschaftserlebnisse wechselten sich mit Stadtbesichtigungen und der intensiven Beschäftigung mit der wechselvollen Geschichte Pommerns ab.

Einen Leitgedanken der Reise formulierte gleich zu Beginn eine Historikerin während eines Rundgangs durch Stettin. Sie sprach nicht von „deutscher“ oder „polnischer“, sondern immer wieder von „unserer Geschichte“. Damit brachte sie eine Perspektive zum Ausdruck, die die gesamte Reise begleiten sollte: Die Geschichte Pommerns lässt sich nicht entlang heutiger nationaler Grenzen erzählen. Herrschaftswechsel, Migration, Krieg und Vertreibung, aber auch kultureller Austausch und wirtschaftliche Verflechtungen haben eine gemeinsame Geschichte entstehen lassen, deren Spuren bis heute sichtbar sind.

Neben dieser historischen Spurensuche beeindruckte die Gruppe die Entwicklung der Region. Besonders die vielerorts moderne und gut ausgebaute Infrastruktur ließ erkennen, welche Veränderungen Pommern in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat. Bei den Erkundungen von Kolberg (Kołobrzeg) und Stolp (Słupsk) verband sich der Blick auf historische Stadtstrukturen mit Eindrücken vom heutigen Leben.

Einen besonderen landschaftlichen Akzent setzte der Besuch der Ostseeküste. Im bekannten Badeort Łeba erlebte die Reisegruppe die touristische Seite der Region. Von dort ging es zu den eindrucksvollen Wanderdünen des Slowinzischen Nationalparks. Die außergewöhnliche Küstenlandschaft machte deutlich, dass Pommern nicht nur als historischer Raum, sondern ebenso als vielfältiger Natur- und Lebensraum zu entdecken ist.

Eine weitere Facette regionaler Identität erschloss sich beim Besuch des Museums in Szymbark. Hier beschäftigte sich die Gruppe mit der Geschichte und Kultur der Kaschuben. Deren leidvolle Geschichte zeigt beispielhaft, wie eine Bevölkerungsgruppe zwischen unterschiedlichen staatlich-ideologischen und kulturellen Einflüssen immer wieder um den Erhalt ihrer eigenen Sprache, Traditionen und Identität ringen musste.

Die Reise führte schließlich über die heutige deutsch-polnische Grenze hinweg und endete in Greifswald. Damit wurde auch geografisch sichtbar, was während der gesamten Woche immer wieder thematisiert worden war: „Pommern ist ein historischer Kulturraum, dessen Geschichte Deutsche und Polen miteinander verbindet – mit allen Brüchen und Belastungen, aber auch mit den Spuren jahrhundertelanger Begegnung und kultureller Verflechtung“, schreibt die Deutsch-Polnische Gesellschaft hierzu in ihrer Mitteilung.

Bei aller Intensität des Programms blieb ausreichend Zeit für persönliche Begegnungen, heißt es weiter.

Westfälische Nachrichten, 24.08.2026

 
Gruppenfoto
Mit insgesamt 37 Teilnehmenden unternahm die Deutsch-Polnische Gesellschaft Senden jetzt eine abwechslungsreiche Reise durch Pommern. Foto: Deutsch-Polnische Gesellschaft Senden