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Wie stehen die Sendener zur geplanten Partnerschaft ihrer Gemeinde mit der Stadt Koronowo angesichts des gespannten deutsch-polnischen Verhältnisses? Die WN wollten von Leuten auf der Straße wissen, ob die Partnerschaft vor diesem Hintergrund Sinn macht.

 

"Der Austausch hat mit der Politik nichts zu tun", so Marlies Cornelissen (41 Jahre), "sondern es geht um etwas Zwischenmenschliches." Ganz ähnlich sieht das Carolin Becker (28): "Wir haben im Prinzip nichts der Politik ganz oben zu tun. Die Partnerschaft zeigt, dass die Bürger so einen Austausch wollen." Der Konflikt werde nur von einigen wenigen geführt, sagt Peter Siegbert (51), und "schwarze Schafe gibt es überall."


Gerade in Zeiten solcher Konflikte sei eine Partnerschaft wichtig, bekräftigt Gudrun Heitz (61): "Das fördert die Verständigung untereinander."
Eine Partnerschaft zwischen Senden und Koronowo mache auf jeden Fall Sinn, findet auch Martina Schirwitz (51), die als Lehrerin an der Realschule an dem deutsch-polnischen Schüleraustausch beteiligt war: "Es ist wichtig, dass die deutsch-polnischen Beziehungen von unten stabilisiert werden."
Gegenseitige Besuche bauen Vorurteile ab, so Dmitrij Martel (19). Manche Polen und Deutschen hätten ein falsches Bild von dem jeweils anderen Land. "Wenn die Polen herkommen, lernen sie die Deutschen kennen und die Deutschen sehen die Polen einmal anders." Der Konflikt zwischen den beiden Ländern sei normal: "So etwas passiert in der Politik des öfteren, aber die Partnerschaft bleibt trotzdem bestehen."

 

Westfälische Nachrichten, 28.06.2007