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Deutsch-Polnische Gesellschaft pflegt Kontakte beim traditionellen Bigos-Essen

-dk- SENDEN. Wenn Hans-Jürgen Pohl, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Senden, zum Bigos-Essen lädt, wird es im Foyer der Steverhalle eng. Sehr eng. So auch am Donnerstagabend.
Schon beim Öffnen der Eingangstür wehte dem Besucher der Duft von gesottenem Fleisch, heißem Kraut und deftigem Rauchfleisch entgegen. Ein verführerischer Duft. Erst recht für die Menschen, die seit Jahren enge Beziehungen zu ihren Freunden im polnischen Koronowo pflegen. Von denen, die von dort an die Stever gezogen sind, gar nicht erst zu reden.
Auf einer Großbildleinwand projezierte inzwischen Reiner Brandes farbenprächtige Fotos aus dem Land zwischen Weichsel und Memel. Bilder, die im vergangenen Jahr während einer Fahrt der Sendener Gruppe in die Masuren entstanden sind. Schnappschüsse, die passend zu den allgegenwärtigen Düften, Heimweh in die Mienen malte.


Auf den Tischen - Flaschen polnischen »Tyskie'-Biers, eingebunden in ein Arrangement aus rot-weißen und schwarz-rot-goldenen Nationalfähnchen beider Länder. Am Bufett schnüffelten bereits die ersten Experten polnischer Traditionsküche, ob der verschiedenen Zutaten. Denn jedes Ehepaar, das einen Beitrag beigesteuert hatte, kocht Bigos nach eigener Rezeptur. Die meisten Nasen richteten sich allerdings dorthin, wo Meisterkoch Marek Starostecki und seine Ehefrau Nicole ihren Bigos abgestellt hatte. Letztendlich aber langte jeder beim Appell „Essen fassen" dort zu, wo Platz war, nachdem sich der Vorsitzende bei den Reiseveranstaltern Gabriele Wessels und Heinz Determann für deren vorzügliche Reisebetreuung bedankt hatte. Für Bigos, ähnlich dem russischen Borsch, gibt es gut zwei Dutzend Rezepte. Und die unterscheiden sich nur nebensächlich. Hauptsache: Nach dem kräftig deftigen Essen gibt es genügend Wodka zur Entspannung des Magens. Auch dafür war gesorgt. Doch zuerst knabberten die meisten der annähernd 80 Besucher an Irene Müllers süßem Kuchen. Auch der genießt in Senden wie in Polen längst Kultstatus.

Westfälische Nachrichten 27.01.2018 Dieter Klein